"Du Opfer" oder warum wir selbst unser größter Feind sind

"Du Opfer" ist ja verwiegend ein in der Jugendsprache verwendeter Begriff, der vor allem den Opfer genannten als Verlierer brandmarkt. In einem Buch von R. Betz wird diese "Opferrolle" ausführlich beschrieben. Dabei kommt er zu der Erkenntnis, dass es nicht die Anderen sind die uns zu Opfern machen, sondern wir selbst uns diese Opferrolle geben.

Am einfachsten ist das beschrieben, wenn man sich vorstellt, dass ein Anderer einen beschuldigt. Meist fängt es mit "Du hast..." oder wenn es der Chef ist auch "Sie haben...". Dabei geht es mir nicht darum die Fakten zu analysieren, Er, Sie mögen ja Recht haben "Ja ich habe den Müll nicht rausgebracht" aber was ist mit unseren Gefühlen. Fühlen wir uns dabei nicht nur schuldig sondern auch als Opfer? Hätte der Andere nicht ein bisschen netter, höflicher, freundlicher sein können ?

Wir sind ein Opfer der Anderen!

Was aber würde passieren, wenn wir entscheiden nicht mehr Opfer zu sein? Wenn wir es einfach ablehnen diese Rolle anzunehmen. Wir würden beginnen Herr über unsere Gedanken zu sein. Nicht Andere, wir selbst machen uns zum Opfer. Wenn ich es aber in der Hand habe Opfer zu sein, kann ich mich auch entscheiden nicht Opfer zu sein. Das ist genauso einfach wie es klingt. Weniger angenehm ist aber die damit verbundene Erkenntnis, dass ich ja auch dann für meine Gefühle, mein Tun und mein Nicht-Tun verantwortlich bin. Dann sind nicht die Anderen an meiner Situation Schuld sondern es liegt und es lag schon immer in meiner Hand was und wie etwas passiert.

Natürlich kann ich nichts für die Handlungen Anderer, aber ich kann sehr wohl entscheiden wie ich darauf reagiere. Meist sind es aber eher Gedanken wie "Wenn sie/er nur etwas netter sein würde, dann würde es mir besser gehen", ich würde Erfolg haben, ich hätte, ich müsste nicht ...

Kein Opfer zu sein bedeutet Gestalter seines Lebens zu sein. Ich rede hier nicht dem Egoismus das Wort, das würde in meinen Augen nur bedeuten sich selbst groß zu machen auf Kosten des Anderen. Es bedeutet nur sich selbst als Verantwortlicher Lebensgestalter zu sehen. Damit entfällt aber eben auch die Ausrede, dass Andere an meinem Schicksal Schuld sind.

Niemand außer Dir ist der Gestalter deines Lebens

 

Es ist Zeit für einen Satz nach vorne.

Das ist die Übersetzung eines Manifests, das derzeit in Kanada diskutiert und unterzeichnet wird. Der Inhalt ist auf Deutsch unter Leapmanifest Deutsch zu lesen. Enthalten sind Gedanken und Maßnahmen die wohl in jedem Land mehr oder weniger zutreffen. In der Gesamtheit aber sicher notwendig sind um den Planeten zu einer besseren Welt zu machen. Die 15 Elemente des Manifestes sind unter dem Menüpunkt "Sign the Manifesto" noch einmal dediziert aufgeführt.

Normal ist ...

Mal wieder eine Diskussion gehabt und dabei fallen dann auch Begriffe wie "die sind nicht normal". Was aber bedeutet das "normal" sein. Laut Duden ist es "der Norm entsprechend" oder "So [geartet, beschaffen] wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche, Richtige vorstellt."

Die Herkunft aus dem lateinischen "normalis" macht es noch deutlicher -> nach dem Winkelmaß gemacht.

Wenn ich also normal bin, dann bin ich Durchschnitt oder so wie die Mehrheit der Menschen (in meiner Umgebung) mich sehen möchte.

Nicht normal sein oder eben normal sein ist meisten auch mit einer Wertung verbunden. Normal zu sein ist gut und nicht normal zu sein ist schlecht. Du bist ja nicht normal.

Keiner kommt auf die Idee es anders zu formulieren. "Du bist ja nicht wie die meisten Menschen du bist eher unüblich" "Ich bin da eher wie die allermeisten Menschen, normal halt". Die Veränderung der Worte die trotzdem den selben Inhalt haben macht deutlich wie schnell wir das unübliche, das Besondere herabwert und den Massengeschmack, das Massenverhalten als positiv darstellen. Dabei ist es doch wohl eher so, dass wir alle gar nicht Durchschnittlich sein wollen, wir wollen doch etwas Besonderes sein (Sind wir ja auch). Sich nicht normal zu verhalten, nicht mit den Wölfen heulen nicht sich an dem orientieren was andere denken, das ist die Art und Weise wie es gelingt sich von der Masse zu unterscheiden. Damit verbunden ist der Prozess der Selbständigkeit, Eigenständigkeit und dem selber Denken. Dinge zu hinterfragen und nicht alles übernehmen was einem vorgesagt wird. In diesem Sinne - lasst uns alle etwas "weniger normal" werden.

 

Gedanken zu Öko-Zerstörung, diversen bevorstehenden Kollaps usw.

Eine für mich inspirierende Seite ist Permaculture Apprentice (Permakultur Lehrling). Vor kurzen veröffentlichte der Autor William Horvath dort seine Gedanken zu den zunehmenden Horror Meldungen aus Umwelt, Politik und Gesellschaft.

Herausgreifen möchte ich einen seiner Gedanken. Die meisten Menschen diskutieren ja gerne über die großen Übel der Welt und den Gefahren die unserem Planeten drohen. Dabei regen wir uns mehr oder weniger auf. Ändern tut sich dabei natürlich gar nichts außer dass man eventuell in Depressionen verfällt. Gut tut einem das wohl eher nicht.

Aber wenn wir in der Furcht leben, dann leben wir in der Zukunft und nicht im Jetzt. Über die Angst vergessen wir dann, was wir hier im Jetzt haben. Richte deine Aufmerksamkeit auf die Dinge die Du hast und sei dankbar dafür. Den meisten fällt es aber leichter über die Dinge zu klagen die (vermeintlich) fehlen als dankbar zu sein für die Dinge die man hat.

Horvath stellt unsere Handlungsmöglichkeiten als das zwei Kreise die ineinander liegen dar. Er nennt das "Circle of Concern and Circle of Influence "

Der äußere größere Kreis ist der Kreis der Betroffenheit. Das beinhaltet alles über das wir uns Gedanken machen. Erderwärmung, Korallenbleiche, Aussterben von Arten, peak oil usw. stecken in dem äußeren Kreis. Diese Dinge können wir nicht direkt verändern.
Den kleinen inneren Kreis nennt er den Kreis des Einflusses. Alles was sich in dem inneren Kreis befindet liegt in unserer Einflusssphäre. Hier können wir etwas ändern. Natürlich kann man über vieles betroffen sein und man kann auch darüber reden. Vergessen sollte man aber nicht dass es auch einen Bereich gibt in dem wir selbst Veränderung sein können. Häufig vergessen wir aber, dass wir etwas bewegen können und sei es auch noch so klein. Setze deine Messlatte nicht zu hoch, arbeite in kleinen Schritten an der Realisierung der Ding die dir wichtig sind. Unser Verhalten kann auch ein Beitrag sein, die großen Dinge zu verändern, jedoch sind wir nicht in der Lage die Klimaänderung alleine zu verändern.

Weltacker - 2000 qm

Weltacker ist ein Projekt das ein Bewusstsein schaffen möchte für die Fläche die uns Ernährt. Unter 2000m2 gibt es viele Informationen aber auch Hinweise und Links auf aktuelle Projekte und Veranstaltungen. 2000 qm ist die Fläche die rechnerisch jedem Menschen auf dieser Welt als Anteil an der Ackerfläche zur Verfügung stehen würde.

Auf dem realen 2000 qm großen Acker in Berlin wird nachgestellt wie weltweit die Ackerfläche bewirtschaftet wird. So wird auf 1,96 % der weltweiten Ackerfläche Zuckerrohr angebaut. In Berlin ist das klimatisch nicht möglich also wird als Ersatz Zuckerhirse angebaut.

Eine Seite voll mit Informationen und eine vielleicht andere Sicht auf das Stück Erde das uns ernährt.

 

KarmKonsum X - Die Online Konferenz für Nachhaltigkeit

Zum 10 jährigen Jubiläum der KarmaKonsum wird in diesem Jahr die Konferenz online durchgeführt und das auch noch kostenlos. Unter Karmakonsum X Online Konferenz kann man sich kostenlos anmelden und online teilnehmen. Die Videos stehen zudem 24h frei verfügbar im Netz.
Die Themen sind z.B. " Vom Gemeinwohl zum nachhaltig erfolgreichen Unternehmen " oder " Beziehung wiederherstellen – eine bewusste kulturelle Architektur " oder auch " Über die unterschiedlichen Möglichkeiten, sich für den Wandel zu engagieren " und das sind nur drei aus 54 Talks mit einer großen Bandbreite.

Die Konferenz beginnt am 17.9. und endet am 1.10.

 

Glyphosat als Auslöser unterschiedlicher Krankheiten

"Glyphosate, pathways to modern diseases II: Celiac sprue and gluten intolerance" lautet der Artikel, veröffentlicht von "US National Library of Medicine,National Institutes of Health" der aber schon von 2013 ist. Trotzdem ein bemerkenswerter Artikel, stellt er doch verschiedenste Studien vor die einen Zusammenhang unterschiedlicher Erkrankungen und der Verwendung von Glyphosat Pflanzenschutzmitteln herstellt.

Insbesondere scheint Glyphosat eine Auswirkung auf das Magen, Darmsystem zu haben und die Autoren der Studie weißen hier insbesondere auf die steigende Anzahl an Gluten-Unerträglichkeiten hin.

Die Zusammenfassung der Studie endet mit den Worten " Wir schließen mit einem Plädoyer an die Regierungen, die Politik in Bezug auf die Sicherheit von Glyphosat-Rückständen in Lebensmitteln zu überdenken. "

Glyphosat ist ein Beispiel dafür wie wirtschaftliche Interessen über dem Bedürfnis nachSchutz von Natur, Umwelt und Menschen steht. Allein die Tatsache, dass Genehmigungen aufgrund von nicht öffentlichen Studien der Hersteller erteilt werden, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Praxis dieser Genehmigungsverfahren. Egal wie viele Menschen dagegen protestieren, egal wie viele Unterschriften gesammelt werden, sobald wirtschaftliche Interessen im Spiel sind gewinnt die Industrie.

Dagegen helfen nur wirtschaftliche Strategien. Wann immer ich Produkte aus der alternativen Industrie (BIO-Anbau) erwerbe, setze ich ein Zeichen gegen den pestizitlastigen Anbau der industriellen Landwirtschaft. Produkte die nicht nachgefragt werden, verschwinden vom Markt. Diese wirtschaftliche Macht hat jeder Verbraucher.

Hier noch ein Interview mit der Autorin der Studie Dr. Seneff on Roundup

und noch ein Artikel über das Thema Roundup "The Real Reason Wheat is Toxic (it’s not the gluten)"
 

Mensch und Ökosystem

Ich bin kein Freund von Rekorden, aber dieser Rekord sticht doch positiv hervor. Im Juli diesen Jahres haben in Indien 1,5 Mio. Freiwillige in 12 Stunden 66 Millionen Bäume gepflanzt. Nicht nur ein neuer Guinness Rekord sondern auch ein positives Signal für diesen Landstrich. Den gesamten (englischen) Artikel hier bei EcoWatch.

Der nachfolgende Film ist, wieder mal, ein Beispiel dafür wie wenig wir über die Zusammenhänge der Natur verstehen und welche erstaunlichen Erkenntnisse es immer wieder neu gibt. Der Original Titel des Filmes "How Whales Change Climate" beschreibt den Einfluss der Wale auf das Klima aber auch wie Wale einen positiven Effekt auf den Ozean haben in dem sie leben. 

 

Hier wird wieder einmal deutlich welche gravierenden Eingriffe der Mensch in das Ökosystem verursacht, wenn er eine Spezies aus Gewinnsucht reduziert oder eliminiert und die Zusammenhäng missachtet. Dabei sind wir Menschen doch auch nur ein Teil eines verwobenen Systems in dem jeder seine Funktion hat. Wobei die Funktion des Menschen sich manchmal nicht wirklich erschließt.

 

Warum das finnische Schulsystem eines der Besten ist

Dieser Youtube Film von Michael Moore zeigt das finnische Schulsystem. Michael Moore geht der Frage nach warum das finnische Schulsystem eines der besten weltweit ist. Fakt ist, dass das finnisches Schulsystem das kürzeste Schuljahr, die kürzeste tägliche Unterrichtszeit (4-5 h ) max. 20 Stunden pro Woche hat und natürlich keine Hausaufgaben oder max. 10 Minuten am Tag.

Die Kinder lernen in Werkstätten handwerkliche Fertigkeiten und Kochen und Backen. Kinder haben schließlich was anderes zu tun als in die Schule gehen -> Sie müssen Kind sein - was für eine unglaubliche Aussage von Menschen die für die Bildung verantwortlich sind. Was würde man denn von deutschen Verantwortlichen hören. Ganztagesschulen, Turboabitur etc. Es gibt keine standardisierten Tests und eines der befragten Jugendlichen meinte auf die Frage wie das denn mit den Prüfungen dann so sei. Na, man müsste das dann halt wissen.

"Wir lehren sie glückliche Menschen zu sein" wer hat das jemals von seinen Lehrern gehört.

In Finnland gibt es (fast) keine privaten Schulen. Alle Schulen sind gleich gut und gleich gut aufgestellt. Kinder gehen in die Schule in der Nachbarschaft, denn dort treffen sie die anderen Kinder aus ihrem Umfeld. Es gibt keine Schulzentren oder die besseren Schulen in der Stadt.

Ein Film der vor allem Eltern zum Nachdenken bringt - aber eigentlich sollte er die Verantwortlichen zum Nachdenken bringen.

 

 

Lebensmittelretter

Durch einen "australischen" newsletter bin ich auf OZHARVEST gestoßen. Sie selbst bezeichnen sich als die größte Organisation ihrer Art in Australien, Ähnlich der TAFEL in Deutschland."retten" diese Lebensmittel vor der Vernichtung und geben es bedürftigen Menschen. Was mich an dieser Organisation aber fasziniert hat, ist dass im Gegensatz zu Deutschland wo ja wohl die "Bedürftigkeit" durch die Vorlage offizieller Dokumente (Aussage der Webseite die Tafel) anchgewiesen werden muss, greift dort ein anderes Konzept. Was ich aber wirklich spannend finde, ist der "neue" Shop

 

Hier steht an der Tür des Supermarktes "Nimm was Du brauchst" - "Gib wenn Du kannst". Ein wunderbare Idee die Hemmschwelle zu senken und Lebensmittel zu verteilen. Wer wohlhabend oder sogar reich ist kann ja mehr geben und wenn nicht - das ist dem geretteten Lebensmittel auch egal. Den Rest muss man ja eh mit seinem Gewissen ausmachen.

Jenseits von Bürokratie und "Nachweis" eine einfache und sicher auch wirkungsvolle Möglichkeit zu helfen und Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten.

 

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