Agrar Atlas - Daten und Fakten zur EU-Agrarwirtschaft

Nun ist er also raus, der neue Agrar-Atlas. Herausgegeben als Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Le Monde Diplomatique. Auf 52 Seiten werden Fakten über die EU-Landwirtschaft knapp und präzise dargestellt. Häufig mit eingängigen Grafiken versehen. Der Atlas kann kostenlos heruntergeladen werden unter Agrar-Atlas. Es werden verschiedenen Formate angeboten

Folgende Inhalte hat der Atlas:

ZWÖLF KURZE LEKTIONEN ÜBER DIE EU-LANDWIRTSCHAFT

GESCHICHTE
NEUE ZIELE, ALTES DENKEN
Ihre älteste Aufgabe hat die EU-Agrarpolitik gelöst: in der Nachkriegszeit die Ernährung zu sichern. Doch trotz vieler Reformen und neuer Strukturen – die bisherige Förderung taugt nicht für das 21. Jahrhundert.

NETTOZAHLER
EINE EXTRAWURST FÜR 130 MILLIARDEN EURO
Kleiner Brexit: Bis heute ist der „Britenrabatt“ ein Verstoß gegen das Solidarprinzip bei der europäischen Integration. Die Zahlungen der EU-Agrarpolitik bremsen indes wohl Austrittsdrohungen weiterer Länder.

DIREKTZAHLUNGEN
VIEL GELD FÜR WENIG LEISTUNG
Die EU-Kommission will, dass Direktzahlungen an Agrarbetriebe auch künftig die wichtigste Ausgabe der Agrarpolitik bleiben. Das meiste Geld kommt aber nur wenigen und großen Betrieben zugute.

LÄNDLICHE RÄUME
SPAREN AM FALSCHEN ENDE
Ein Teil der EU-Agrarzahlungen hat durchaus das Potenzial, die Landwirtschaft ökologischer und nachhaltiger zu gestalten. Doch ausgerechnet diese Mittel sollen kräftig gekürzt werden.

HÖFESTERBEN
WACHSEN ODER WEICHEN
Die Agrarpolitik unterstützt die Kleinbetriebe zu wenig gegenüber den Großen. Zugleich ist die Hofnachfolge oft schwierig zu sichern.

STRUKTURWANDEL IN DEUTSCHLAND
KLEINE UNTER DRUCK
Das Höfesterben gefällt vielen Menschen in Deutschland nicht. Um aber dagegen anzugehen, muss die Gesellschaft gemeinsame Ziele formulieren, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen soll.

ARBEIT
EINKOMMEN UND AUSKOMMEN
In den landwirtschaftlichen Kleinbetrieben der EU sind viele Millionen Arbeitsplätze nur wenig profitabel. Wären die Maßstäbe dafür nicht nur rein wirtschaftlich, könnte sich das ändern.

LANDPREISE
KAPITALE FEHLENTWICKLUNG
Der Beginn der EU-Agrarzahlungen in den neuen Mitgliedsländern löste dort eine Welle von Landkäufen aus. Seither steigen die Preise fast ständig. Gegen Agrarunternehmen und Finanzinvestoren haben die kapitalschwachen Kleinbetriebe keine Chance.

BIODIVERSITÄT IN DER EU
BEDROHTE VIELFALT – MIT DEM ARTENSCHWUND WIRD ES ERNST
Die intensive Landwirtschaft gilt als größte Bedrohung für die Tier- und Pflanzenwelt der EU. Umweltschädliche Trends bei Ackerbau und Tierhaltung werden im Rahmen der Agrarpolitik sogar noch gefördert.

BIODIVERSITÄT IN DEUTSCHLAND ARTENVIELFALT GEHT VERLOREN
Trotz einiger Bemühungen ist in Deutschland der Abwärtstrend beim Artenschutz ungebrochen. Die Agrarlandschaft wird immer einheitlicher. Um gegenzusteuern, fehlen Einsicht, Geld und präzisere Programme.

PESTIZIDE NEUE IDEEN MIT WENIGER CHEMIE
Der Gemeinsamen Agrarpolitik fehlen Instrumente, um den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft deutlich zu verringern. Außerdem gibt es zu viele Ausnahmen. Die verkauften Mengen in der EU sind seit Jahren konstant.

TIERHALTUNG IN DER EU GELDER FÜR DEN UMBAU
Die EU zahlt hohe Summen als pauschale Flächenprämien. Dieses Geld fehlt für den teuren, aber dringend benötigten Umbau der Tierhaltung. Dessen Förderung könnte aus der Einsparung der Pro-Hektar–Zahlungen finanziert werden.

TIERHALTUNG IN DEUTSCHLAND
WUNSCH UND WIRKLICHKEIT
Die artgerechte Haltung von Nutztieren ist zu einer populären Forderung an die Landwirtschaft und die Agrarpolitik geworden – auch in Deutschland. Doch Bund und Länder bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück.

DÜNGER
WENN ÄCKER WASSER SCHÜTZEN
Zu viel Nitrat im Wasser führt zu ökologischen, ökonomischen und gesundheitlichen Schäden. Gewässerschutz und Agrarpolitik können dies bisher nicht verhindern, weil sie nicht richtig miteinander verzahnt sind. Und es mangelt an Kontrollen.

ÖKOLANDWIRTSCHAFT IN DER EU
ORGANISCH UND DYNAMISCH
Das anhaltende Wachstum der biologischen Landwirtschaft geht auf die Nachfrage der Kundinnen und Kunden zurück. Staatliche Fördermaßnahmen helfen dabei. Aber die EU honoriert die Umweltleistungen dieser Wirtschaftsmethode noch zu wenig.

ÖKOLANDWIRTSCHAFT IN DEUTSCHLAND
BIO IM AUFSCHWUNG
Trotz Bioboom: Die Agrargelder der EU hemmen den Umbau der deutschen Landwirtschaft. Brüssel bezahlt pauschale Flächenprämien direkt, die Ökoprämien hingegen müssen von den Bundesländern bezuschusst werden.

GESUNDHEIT
IN DER VERANTWORTUNG
Was hat die Landwirtschaft der EU mit sicheren Nahrungsmitteln zu tun? Was mit gesunder Ernährung? Was mit sozialer Gerechtigkeit? Nicht alle solche Fragen lassen sich einfach beantworten.

KLIMA
TÄTER UND OPFER ZUGLEICH
Die EU möchte die Emissionen der Landwirtschaft senken. Dafür hat sie große Ziele formuliert. Konkrete Maßnahmen und Förderprogramme fehlen aber genauso wie die Resonanz aus den Mitgliedsländern.

WELTHANDEL
WACHSTUM BEI DEN ANDEREN
Die EU-Landwirtschaft ist Teil internationaler Wertschöpfungsketten. Sie beeinflusst die weltweiten Agrarmärkte und damit auch Preise, Produktionen, Einkommen und Ernährung in Ländern des Südens.

 

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