Entscheidungen

Wir wissen immer ganz schnell was bei den Anderen nicht in Ordnung ist. Stundenlang kann ich über die „Fehler“ oder „Versäumnisse“ Anderer diskutieren. Immer ist eine Lösung parat, die besser ist als das was geschehen ist. Wie aber ist es in meinem eigenen Leben. Warum gelingt denn vielen das „Leben“ nicht?

Nun, für alle „Stammtischdiskussionen“ muss ich keine Verantwortung übernehmen, es betrifft mich niemals unmittelbar. Es sind „Andere“ die Entscheidungen treffen und Aktionen durchführen.

In meinem eigenen Leben muss ich aber die Entscheidungen treffen und trage ich die Verantwortung was daraus erwächst. Das ist unbequem und im in manchen Fällen auch bitter.

Ich entscheide auch niemals für einen Anderen. Auch der Andere, mein Partner(in), meine Eltern, Kinder, Geschwister und selbst Angestellte (sollte ich welche haben) entscheiden für sich. Manches mal entscheiden Sie sich auch gegen mich. Oft ist dann im Nachgang zu hören „Ja, wenn Du …. = Anders= … gewesen wärst dann?

Damit schiebt sich die Schuld ja so leicht auf den Anderen ab und man selbst wäscht sich ein Stückchen rein. Ja wie hätte Er/Sie denn sein sollen und warum habe ich das nie gesagt?

Führt man dieses Diskussion „wie hätte ich denn gern den Anderen“ weiter dann kommt im Ergebnis ein „Begleithund“ heraus, der wunderbar dressiert ist und Befehle ohne Murren und Knurren ausführt. Oder auch der berühmte Roboter der immer auch einen An-/ Aus-Knopf hat.

Jeder Mensch ist aber ein einzigartiges und unverwechselbares Exemplar. In Beziehungen kann man sich unterstützen diese Einzigartigkeit zu leben. Einzigartig bedeutet aber auch Vielfalt und so gibt es auch Exemplare die sich Selbst genügen, Alleinsein brauchen, eine enge Beziehung brauchen, viele Beziehungen brauchen usw.

Nichts davon ist richtiger oder besser als das Andere. Es ist nur wie es ist. Wenn ich aber aus einem Egoisten ein Familientier machen möchte, dann darf ich mich nicht darüber wundern, wenn das Experiment misslingt.

Wer aber bin ich selbst. Wenn alle anerzogenen, gesellschaftlichen, beziehungstechnischen Verhalten weg sind, wer oder was bleibt übrig.

Was würde ich tun wenn ich „Lebe“. Wie viele meiner „Träume“ würde ich denn wirklich realisieren? Wie vieles von dem was mir im Kopf herumschwirrt sind nur angenehmes Kopfkino?

Wenn ich all das eliminiert habe, dann bin ich. Dann entscheide ich für mich und trage die Konsequenz meiner Entscheidungen mit erhobenem Haupt, egal ob „Andere“ es besser wissen.

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