Gesellschaft und Politik

  • Versteckte Kosten der Agrarindustrie

    Laut einer Studie von Dr. Steven Lord vom Environmental Change Institute, sind die wahren Kosten der Agrarindustrie wesentlich höher als bisher angenommen. Die Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die auf seinen Analysen basiert, beliefen sich die versteckten Umwelt-, Sozial- und Gesundheitskosten von Agrar- und Ernährungssystemen im Jahr 2020 weltweit auf bis zu 12 Billionen US-Dollar.

    Der wesentliche Anteil dieser Kosten beruht auf die falsche Ernährungsweise, die das System der derzeitigen Agrarindustrie fördert

    Entnommen dem Bericht der FAO
    “REVEALING THE TRUE COST OF FOOD TO TRANSFORM AGRIFOOD SYSTEMS”
    ergeben sich für Deutschland folgende Werte

    •  Umwelt
      • Klimaschäden 10.027
      • Trinkwasser 0 (Wobei das Thema sinkender Grundwasserspiegel etc. nicht berücksichtigt ist)
      • Land (Degeneration, Verlust) 2.813
      • Stickstoff 17.245
    • Sozial
      • Armut der Landarbeiter 0
      • Belastung durch Krankheit (Unterernährung)
    • Gesundheit
      • Belastung durch Krankheit (Ernährungsmuster) 298.321

    Angaben in Mio. Dollar, Zahlen gelten für 2020

    Der Bericht der FSEC modelliert zwei Szenarien: die Fortführung des gegenwärtigen Ernährungssystems mit aktuellen Trends und dessen Transformation.

    Im ersten Szenario, ohne tiefgreifende Veränderungen am Ernährungssystem, würden bis 2050 weltweit rund 640 Millionen Menschen nach wie vor unterernährt sein. Die Fettleibigkeit würde um 70% zunehmen und an den Treibhausgasemissionen würde sich nichts ändern. Die Landwirtschaft würde immer anfälliger für die Folgen des Klimawandels.

    Im zweiten Szenario, dem Transformationspfad, trägt das Ernährungssystem positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung, der Gesundheit der Menschen und der Lösung von Klimaproblemen bei. Unterernährung könnte bis 2050 überwunden werden und 174 Millionen Menschen weniger würden durch ernährungsbedingte Erkrankungen sterben. Stickstoffüberschüsse könnten halbiert und der Verlust der biologischen Vielfalt gestoppt werden. Dies könnte die versteckten Kosten um 5–10 Billionen US-Dollar reduzieren.

    Weiterführende Links: FAO Studie zum Download https://www.fao.org/documents/card/en/c/cc7724en
    Hintergrundpapier zur Studie der FAO https://www.fao.org/documents/card/en/c/cc8581en

     

  • Emergency Battery Network Toolkit

    Einmal mehr ein Hinweis auf die Seite von Sharable, die einen Artikel veröffentlicht haben (auf Englisch) welche Dinge notwendig sind um ein Netzwerk zu schaffen für den Fall der Fälle, wenn keine öffentliche Energie verfügbar ist.

    Seite mit dem Toolkit: /https://www.shareable.net/emergency-battery-network-toolkit/

    Hier ein übersetzter Text aus der Einführung

    Angesichts von Stromausfällen, Naturkatastrophen und Katastrophen brauchen wir mehr denn je Solidarität. Lebendige und organisierte Gemeinschaften sind die Grundlage für menschenzentrierte Reaktionen auf die Klimakrise. Notstromquellen wie Batterien, Solarpaneele und Generatoren sind teuer – und individuelle Lösungen sind nicht sehr hilfreich, um unsere kollektiven Bedürfnisse zu befriedigen, insbesondere in Krisenzeiten.

    Aus diesem Grund hat Shareable in Zusammenarbeit mit People Power Battery Collective das Emergency Battery Toolkit entwickelt, um Organisatoren wie Sie beim Aufbau starker und effektiver Notstromversorgungen im Besitz lokaler Gemeinden zu unterstützen.

    Dieses Toolkit basiert auf der Arbeit des People Power Battery Collective (ein Projekt der People Power Solar Cooperative), einem selbstorganisierten Hilfskollektiv in der San Francisco Bay Area, dessen Ziel es ist, Notstrom bereitzustellen, um Menschen zu unterstützen, die sind mit Stromausfällen konfrontiert. Ihre Erfahrung ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ein Notbatterienetz aussehen kann.

    Das Toolkit ist in mehrere Kapitel unterteilt und enthält auch einige Videos. Ich empfehle es, weil es den Sinn für dezentrale Systeme und Eigenverantwortung deutlich macht

    “Ich glaube nicht an Reformen, aber ich glaube, dass es möglich ist, bessere Systeme, Netzwerke und Gemeinschaften für uns selbst zu schaffen, die die Bedürfnisse vieler erfüllen, anstatt die Taschen einiger weniger zu füllen.”

    Rachel Kinbar,_ Stipendiatin der Bibliothek der Dinge
  • Was ist das 1,5 Grad Ziel?

    Derzeit ist ja in Dubai die UN-Klimakonferenz, kurz COP 28. 28, weil es die 28 Konferenz zu diesem Thema ist. Nachdem fast alle Länder, inklusive Deutschland, das vereinbarte Ziel 1,5° gerissen haben, soll jetzt unter der Leitung von Ahmed Al Jaber irgendwas neu vereinbart werden. Der Mann aus Abu Dhabi ist übrigens im Hauptberuf Chef eines Ölkonzerns. Irgendwas, ist meine sarkastische Bezeichnung für Vereinbarungen, an die sich eh keiner halten wird. Dafür sind dann lt. Tagesschau 70.000 Teilnehmer 13 Tage beschäftigt.

    Nun denn, hinweisen möchte ich aber auf eine Webseite, die das Thema 1,5° wunderbar einfach und verständlich erklärt. Ein Blick darauf lohnt sich.

    Was ist das 1,5 Grad Ziel auf ForTomorrow

    Was macht ForTomorrow.

    Wir löschen Emissionsrechte

    Gemeinsam kaufen wir der Wirtschaft CO2-Emissionsrechte weg und legen diese still. So zwingen wir große CO2-Emittenten, weniger CO2 auszustoßen. Das ist die beste Methode, die wir kennen, um den CO2-Ausstoß der Wirtschaft nachhaltig zu verringern in Europa.

    Webseite ForTomorrow
  • Sinnvoller als eine Yacht zu kaufen

    Hier ein Artikel über ein Projekt eines Tec-Millionärs, der Tiny-Homes bauen lässt und ein Dorf damit baut. Hier können obdachlose Menschen für kleines Geld (200 $) im Monat eine Bleibe und Möglichkeiten zu beruflichen Integration finden.

    Es gibt also auch Millionäre, die ihren wirtschaftlichen Erfolg mit anderen Teilen und der Gesellschaft etwas Gutes tun.

    Sicher sinnvoller als mit einer Yacht über die Meere schippern und Champagner schlürfen

    Hier die Übersetzung zum Herunterladen.

  • Oxfam-Bericht vom 20.11.2023: Das reichste 1 % verursacht so viel Exmission wie 5 Mrd. Menschen

    Laut einem Bericht von Oxfam Link zum Bericht, verursacht das reichste Prozent der Weltbevölkerung so viel CO₂ Emission wie die 5 Mrd. Menschen des ärmsten 2/3 der Menschheit.

    Verursacht durch exzessiven Konsum. Zitat aus dem Bericht:

    Die Kohlenstoffemissionen des reichsten Prozents stiegen 2019 auf 16 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen der Welt.
    Ihre Kohlenstoffemissionen reichen aus, um 1,3 Millionen zusätzliche Todesfälle aufgrund von Hitze zu verursachen.

    www.oxfam.org
    /en/press-releases/richest-1-emit-much-planet-heating-pollution-two-thirds-humanity

    Dieser Bericht macht deutlich, wie falsch es ist, das bisherige System weiter zu päppeln, wie es die Politiker aller Richtungen tun. Wir benötigen einen Umbau des Systems in Richtung Nachhaltigkeit und wie man so schön sagt, Enkeltauglichkeit. Womit nicht weniger gemeint ist, als dass der Planet Erde auch noch für folgende Generationen ein lebenswertes Zuhause ist.

    Wobei es nicht darum geht Technologie zu verteufeln oder so zu leben wie im Mittelalter. Gerechtigkeit wird sich von jedem Menschen anders gesehen. Aber es sollte allen klar sein, dass es die Entscheidung von Menschen sind, die dafür verantwortlich sind, dass Kinder verhungern oder an Krankheiten sterben, die heute behandelbar sind. Es sind Menschen, die entscheiden, dass es Krieg und Terror gibt. In der Regel sind es Menschen, die wirtschaftlich davon profitieren.

    Dass es auch andere Möglichkeiten des Wirtschaftens gibt, zeigt dieser Artikel von Shareable “The Spanish Civil War: Lessons in economic democracy” dessen Übersetzung als PDF zum download zur Verfügung steht.

  • Food Plant Solutions

    Bildquelle: Man77″…”(de), Public domain, via Wikimedia Commons

    Heute möchte ich eine Initiative vorstellen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Mangelernährung, insbesondere von Kindern, zu bekämpfen. Food Plant Solutions


    Der tasmanische Agrarwissenschaftler und Träger des Ordens von Australien – Bruce French – hat über 30 Jahre auf einer freiwilligen Mission verbracht, um Informationen über alle Nahrungspflanzen der Welt zu dokumentieren.

    Bruce hat eine Datenbank mit über 30.000 essbaren Pflanzen aufgebaut, die ständig wächst. Die Datenbank enthält Beschreibungen, Herkunftsländer und Klimazonen der Pflanzen, Fotos, essbare Teile und Kochmethoden. Für eine Auswahl dieser Pflanzen sind Nährwertangaben verfügbar. Alle Informationen in der Datenbank können in einer Reihe von Formaten reproduziert werden, darunter CD, DVD, Bücher und PowerPoint-Präsentationen.

    Rotarier Buz Green vom Rotary Club Devonport North in Tasmanien (D9830) baute eine Beziehung zwischen der Organisation hinter der Datenbank, Food Plants International, und Rotary auf, um das Projekt „Food Plant Solutions“ ins Leben zu rufen.

    Seit Juni 2007 hat das Food Plant Solutions Komitee zusammen mit anderen Freiwilligen Food Plant Solutions von einem Konzept in ein dynamisches internationales Projekt verwandelt, das international anerkannt ist.


    Quelle: Webseite der Organisation


    Die Lösung, die Food Plant Solutions entwickelt hat, ist, lokale Nahrungspflanzen und deren Anbau zu identifizieren und die Informationen zur Verfügung zu stellen. Unter dem Menüpunkt Programs kann man sich einen Eindruck davon verschaffen und auch ein/ oder mehrere PDFs herunterladen, die deutlich machen, welche Informationsmenge in so einer Publikation enthalten ist.

    Dieses Programm passt gut in die Ethik der Permakultur “Care for the people” und vor allem befähigt dieses Programm Menschen, dass sie sich und ihre Familien selbst ernähren können und nicht vom Almosen-Tropf der Hilfsorganisationen abhängig zu werden.

    Eine simple Idee, die aber mit einem unglaublichen Wissensaufwand verbunden ist.

  • Die große Umverteilung

    Zwei Schlagzeilen haben mich heute wieder genügend aufgeregt, um einen neuen Beitrag zu schreiben.

    Steigende Preise in Griechenland: Athen führt „Food-Pass“  TAZ vom 20.12.2022
    Lauterbach will Preisregeln bei Kindermedikamenten ändern Stern vom 20.12.2022

    Beide Meldungen passen in ein Spiel, das bereits seit Monaten, wenn nicht Jahren gespielt wird. Die große Umverteilung. Gespielt wird es von Industrie mit der Unterstützung der jeweils regierenden Parteien. Verkauft wird es von Presse und der sogenannten öffentlichen Meinung.
    Um was geht es? Es geht wie immer ums Geld und die Arte und Weise, wie man es von den Bürgern in die Hand weniger transferieren kann. Dabei wird eine perfide Methode angewandt. Man erzählt den Bürgern, dass es zu Ihrem Wohl ist.
    Dabei ist es einzig und allein zum Wohle einzelner Politiker, wir erinnern uns an die Maskendeals in der Corona-Zeit, und natürlich der Industrie bzw. den Menschen, die die Anteile an diesen Unternehmen besitzen.
    Und es scheint so, dass diese Methode in ganz Europa funktioniert. Wahrscheinlich funktioniert diese Vorgehensweise überall.
    In Griechenland übernimmt der Staat (also die Bürger) 10 % der Lebensmittel-Einkäufe. Bis zu einer definierten Einkommensgrenze beteiligt sich der Staat an den Mehrkosten, die durch die Preiserhöhungen der Lebensmittelindustrie entstanden sind.
    Bekommt also der Bürger mehr? Nein natürlich nicht, der bekommt die Kartoffel zu einem höheren Preis und der Staat bezahlt einen Anteil, der an die Lebensmittelindustrie geht, damit es dem Bürger nicht so auffällt und nicht so weh tut.
    Genau so verhält es sich mit den Plänen von Panik Lauterbach.  Der Stern schreibt:
    … solche bessere Vergütung solle nicht nur kurzfristig gelten, sondern Kindermedikamente auch dauerhaft wirtschaftlich attraktiver machen. Das solle dafür sorgen, dass keine Engpässe entstehen. Für bestimmte Krebsmedikamente und Antibiotika für Erwachsene seien ähnliche Maßnahmen geplant.
    Auf Deutsch. Liebe Industrie erhöht nur die Preise, wir bezahlen das gerne und wenn es nicht reicht, dann legen wir gerne etwas darauf, denn Leistung soll sich ja lohnen. Nun, laut einem Artikel im Focus “Satte Gewinne durch Werbung” geben die Pharma-Unternehmen nicht nur mehr Geld für Werbung aus als für Forschung, sondern sind die Margen, also das, was übrig bleibt, extrem hoch. So sollen bei Pfizer je 100 Euro 43 Euro Gewinn hängen bleiben (nach Abzug der Kosten).
    Dieses Spiel wurde bereits mit dem Kurzarbeitergeld in der Corona-Zeit, mit dem Energiezuschuss in der Ukraine-Krise, gespielt. Immer dann, wenn Politiker behaupten, dass sie etwas für die Bürger tun, reibt man sich die Augen und kommt zu dem Schluss, hier wird nur das Geld der Bürger in Richtung reiche Unternehmer transferiert.
    Aber wie gut, dass es jetzt rechte Terroristen, ungehörige Klimaaktivisten (letzte Generation) oder auch die linken Revoluzzer gibt. Da kann man schön von den eigenen Drecksgeschäften und unethischen, unanständigen Verhalten ablenken.
    Bild von Ralph auf Pixabay
  • Kreisläufe des Klimawandels

    Gerade habe ich das Buch “Kreisläufe des Klimawandels” edition a Verlag, gelesen.
    Der Dalai Lama, Greta Thunberg und Wissenschaftler erläutern die Gefahr, die von Klima Feedbacks ausgehen. Klima Feedbacks sind sich selbst verstärkende natürliche Systeme, die das Klima beeinflussen können

    Das Buch beschreibt einige dieser Systeme. Somit ist es einer der Bücher, die einem die Augen öffnen könnten, wenn man das möchte.

    Ein Buch, das aber auch Mut machen kann, denn es schöpft auch Hoffnung, dass wir es doch noch hinkriegen.

    Dazu müssen wir aber unseren Hintern bewegen und nicht in Angst verharren.

    Menschen in Angst sind leichte Beute für macht hungrige Politiker und Menschen denen es nur um Geld geht.

    Da passt, was ich in der Schrot &Korn (Ausgabe 07/2022) zu lesen ist, dass Erik Fyrwald Vorstand von Syngenta allen Ernstes fordert den BIO Anbau einzustellen wegen der Hungerkrise, denn Bio kann die Welt nicht ernähren. Was für ein Schmierentheater, in der Angst vor Hunger geschürt wird, um noch mehr Profit zu machen. Zudem diese Aussage schlicht und ergreifend falsch ist.

    So wird das natürlich nichts mit dem Stopp der Klimaerwärmung und dem Verlust an Biodiversität.

    Es ist halt nur eines von vielen Beispielen, dass Industrie & Politik andere Interessen (Macht & Geld) verfolgen,

    Aber wie schrieb Fred Grimm in der Zeitschrift Schrot &Korn 

    “… Wir werden sehr viel Kraft brauchen, für die Jahre und Kämpfe, die vor uns liegen. Denn trotz allem sollte einen die Hoffnung nicht verlassen, dass diese Welt, in der gerade Ausbeutung, Hass, Dummheit und Gier die Oberhand zu gewinnen scheinen, nicht auch ganz anders werden könnte.”

    Zum Schluss die Bemerkung des Dalai Lama:

    “Was wir dringend brauchen, ist ein Gefühl der Einheit der Menschheit, ein Gefühl des kollektiven “Wir”, das die gesamte Menschheit umfasst.

    Im Buch findet sich am Ende eine Liste der Dinge, die jeder tun kann. Daraus möchte ich gerne den ersten Gedanken zitieren:

    Führen Sie sich jeden Tag vor Augen, dass Ihre Einstellung, Ihre Worte und Ihre Taten einen Unterschied im Kampf gegen die Umweltzerstörung und die Bewältigung des Klimawandels bewirken können.

    Vielleicht haben wir alle das Gefühl, dass unser Beitrag zu gering ist. Tatsächlich mag die Auswirkung unseres Handels klein sein, aber wenn viele Menschen sich in dieselbe Richtung bewegen, dann kann das einen gewaltigen Unterschied machen. Im Positiven wie im Negativen.

    Ein nicht ganz günstiges Buch, das aber uneingeschränkt empfehlenswert ist.

  • Über die Dummheit

    Wenn man sich die aktuellen Meldungen ansieht, dann stellen sich mir die Nackenhaare. In Anlehnung an einen Buchtitel kommt mir dann in den Sinn „Alle verrückt außer mich.“

    Oder noch schlimmer Sind denn alle dumm?

    Vor einigen Tagen fiel mir ein Artikel aus dem aktuellen Brennstoff https://brennstoff.com/ausgaben/ vor die Augen, in dem es um Dietrich Bonhoeffer’s Bemerkungen zum Thema Dummheit geht. Er machte sich Gedanken, wie aus einem Volk der Dichter und Denker eine Gesellschaft, die von Hass und Fremdenfeindlichkeit und dem Denken einer Herrenrasse geprägt war, werden konnte. Ein Video erklärt sein Gedanken sehr gut. https://www.youtube.com/watch?v=wnhL1W9dj1w

    Beschäftigt man sich weiter mit dem Thema stößt man auf Carlo M. Cipolla (Wikipedia) der in seinem „Die Prinzipien der menschlichen Dummheit”, darüber geschrieben hat.

    • Stets und unvermeidlich wird die Zahl der im Umlauf befindlichen dummen Individuen unterschätzt.
    • Die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Person dumm ist, besteht unabhängig von jeder anderen Eigenschaft dieser Person. Demzufolge gibt es einen stets gleich hohen Anteil an Dummen in allen gesellschaftlichen Gruppen, sowohl bei Hausmeistern wie bei Universitätsprofessoren.
    • Ein dummer Mensch ist jemand, der einer anderen Person oder einer Gruppe von Personen Schaden zufügt, ohne selber dabei Gewinn zu erzielen und dabei u. U. sogar zusätzlichen Verlust macht (das sogenannte „goldene Prinzip“).
    • Menschen, die nicht dumm sind, unterschätzen stets das Gefährlichkeitspotenzial dummer Menschen. Vor allem vergessen Menschen, die nicht dumm sind, ständig, dass Verhandlungen und/oder Verbindungen mit dummen Personen zu jedem Zeitpunkt, an jedem Ort und in jedem Fall sich unweigerlich als teurer Irrtum herausstellen werden.
    • Eine dumme Person ist der gefährlichste Typ aller Personen.

    Weiter macht er vier Typen aus. Den Banditen (Vigarista), den Dummen (Estupido), den Schlauen (Inteligente) und den Naiven (Futil).

    Im Gegensatz zu dem Dummen füllt sich der Bandit wenigstens die eigenen Taschen. Der intelligente Mensch nutzt in seinem Tun der Gesellschaft, profitiert aber auch selbst davon.

    Nun ist es nach Bonhoeffer’s Meinung nahezu unmöglich dumme Menschen durch Fakten oder Belehrungen in Ihrem Verhalten zu ändern. Das kann man derzeit auch in den Regierungen weltweit sehen. Populisten, die mit ihren rassistischen, homophoben Bemerkungen die Gesellschaft spalten. Die sich nicht schämen, öffentlich die Interessen von Reichen und Konzernen zu vertreten. Sie sind es, die sich auf dem Vormarsch befinden. Getragen von Menschen, die in aller Regel nicht zu der Gruppe gehören, die bevorzugt behandelt werden.

    In London müht sich gerade Außenministerin Liz Truss neue Premierministerin zu werden und verkündet öffentlich Steuersenkungen für die Reichen und sie ist nicht die Einzige, die dieses Mantra anstimmt, mit der Bemerkung, dass das ja Wohlstand für alle bedeutet. Dabei ist der angesprochene Trickle Down Effekt schon längst in die Märchentruhe der sogenannten angebotsorientierten Wirtschaft versenkt worden

    Der Trickle-Down-Effekt bezeichnet die These, dass der Einkommenszuwachs, den die Reichen in einer Gesellschaft erfahren, sukzessive auch zu den Mittelschichten und den Ärmeren in der Gesellschaft durchsickert. Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/trickle-down-effekt-54458

    Aber fröhlich wird weiter gelogen, werden Versprechen gemacht, die man eh nicht einhalten kann. Hauptsache das Wählervolk bleibt bei Laune und sorgt bei der nächsten Wahl dafür, dass man weiter seinen gut dotierten Posten behalten kann.

    Nach Corona ist Krieg und nach Krieg ist „da werden wir schon was finden

    In der sogenannten Corona-Krise sind die Milliardäre um 13 000 Mrd. Dollar reicher geworden. Das entspricht in etwa 26 Mal dem Staatshaushalt von Deutschland.

    Und nun müssen Gasunternehmen „gerettet“ werden und die Rüstungsindustrie muss gepampert werden. Dazu kommen die Aufforderungen, dass der kleine Mann seinen Anteil an der Gaskrise zu tragen hat. Als, wenn er das nicht eh schon mit exorbitant steigenden Energiepreisen tut.

    Also mich beschleicht mehr und mehr das Gefühl, dass der Anteil der Dummen bei den sogenannten Staatslenkern gar nicht so groß ist, aber könnte es nicht sein, dass der Anteil derer die Cipolla Banditen nannte in der Politik etwas größer ist als im Durchschnitt der Restbevölkerung?

    Indessen nutzt es sicher nichts dem nächsten rechten, linken oder bunten Rattenfänger hinterherzurennen. Selbst zu Denken könnte ja mal ein Anfang sein und eventuell und vielleicht
    könnte man ja dann eigenverantwortlich handeln.

    Bild von eberhard grossgasteiger auf Pexels

  • Die ein Dollar Brille

    Heute wieder mal einen Hinweis auf ein cooles Projekt. Ganz im Sinne von “Care of the people” hat Martin Aufmuth (Wikipedia Eintrag) sich aufgemacht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

    Im Jahr 2012 gründete er den EinDollarBrille e.V. ein Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Menschen eine Brille zu ermöglichen, die sich diese Hilfe nicht leisten können. Dazu hat er ein System entwickelt, das es ermöglicht, mit einfachen Mitteln Brillen herzustellen.

    Auf der Webseite ein Dollar Brille kann man nachlesen, wie das Ganze funktioniert. Eine wunderbare Idee, die unsere Unterstützung verdient. Ganze in dem Sinne des Spruches auf Martin Aufmuth’s Webseite “Jeder kann die Welt verändern”

    BIld : Bild von Toản Dương auf Pixabay